Ahmed Ag Kaedy

Ahmed Ag Kaedys bezaubernde Gitarren-Licks verschmelzen Blues und Rock nahtlos mit dem traditionellen “Assouf” seiner Heimat. Die doppelte Schlagzeug- und Keyboard-Besetzung erzeugt einen polyphonen Sound, der mit intensiven Bassläufen, feurigen Saxophonexplosionen und elektronischen Gewitterwolken angereichert ist. Der Zuhörer wird auf einer akustischen Achterbahn, deren Navigationselemente auf die entferntesten Konstellationen eingestellt sind, transportiert, wobei das eruptive Schlagzeugspiel von Mahalmadane Traoré als Raketentreibstoff dient. Das von Zeit zu Zeit auftauchende Johlen und Pfeifen des Publikums ist ein getreues Abbild der elektrisierenden Atmosphäre, von der jeder der Auftritte durchdrungen war.

Ahmed Ag Kaedy, der in dem Dokumentarfilm “Mali Blues” zu sehen ist, gründete 2005 die Band Amanar de Kidal (zwei Veröffentlichungen auf Sahel Sounds) und arbeitete mit Fatoumata Diawara und Samba Touré. Die Stadt Kidal im Nordosten von Mali ist seit Jahrzehnten, trotz ihrer geringen Größe und relativen Isolation, der Dreh- und Angelpunkt für Aufstände von Kel Tamasheq-Rebellen gegen die malische Regierung. (Die Kel Tamasheq bezeichnen sich selbst nicht als “Tuareg”, da ihnen dieser Name von ihren arabisch sprechenden Nachbarn gegeben wurde und “die von Gott Verlassenen” bedeutet.) Ahmed Ag Kaedys Texte betonen die Bedeutung von Bildung und Entwicklung in einer Region, welche in kriegerische Auseinandersetzungen versunken ist. Als die Extremisten seine Heimatstadt übernahmen, war die Unterdrückung von Kultur und Musik einer der Schwerpunkte ihrer Agenda.

Nachdem ihm angedroht wurde, ihm die Finger abzuschneiden, falls er es jemals wieder wagen sollte, Gitarre zu spielen, entschied sich Ahmed Ag Kaedy nach Bamako zu flüchten, wo er auch heute noch lebt.

Orion Congregation - ⴰⵎⵏⵔ ⴰⵙⴰⴼⵓ - Amanar Assafou

Eine akustische Achterbahn, deren Navigationselemente auf die entferntesten Konstellationen eingestellt sind